Worte von Abt Albert

Pfarrer der Propstei St. Johann

Wort von Abt Albert vom 15. Mai 2020

Weiterhin keine Präsenz-Gottesdienste in unserer Pfarrei

Liebe Schwestern und Brüder,

In ersten Überlegungen zu einem möglichen Wiederbeginn der Feier öffentlich zugänglicher Gottesdienste in den Kirchen unserer Pfarrgemeinde St. Johann mit all ihren Standorten hat sich das Pastoralteam in der vergangenen Woche Gedanken gemacht und das Wochenende 16. / 17. Mai ins Auge gefasst. Kurz darauf traf die schriftlich vorgetragene dringende Bitte des Krisenstabes der Stadt Duisburg bei uns ein, im Monat Mai zunächst noch auf Gottesdienste zu verzichten. Die Zahl der Neuinfektionen ist in Duisburg immer noch steigend. Hinzu kommt, dass es nun auch Neuausbrüche in Stadtteilen gibt, die im Gebiet unserer Pfarrei liegen (Hamborn und Marxloh). Deshalb werden wir auf die dringende Bitte der Stadt Duisburg hin frühestens an Pfingsten wieder Gottesdienste in unseren Kirchen feiern. Eine Befragung aller Gremien unserer Pfarrei hat zudem ergeben, dass die deutlich überragende Mehrheit der Befragten den Empfehlungen der Stadt folgen möchte. Ich bitte nun alle Gemeindemitglieder und Gottesdienstbesucher, diese Entscheidung mitzutragen und Verständnis dafür aufzubringen. Dass die Duisburger Pfarreien zum Teil unterschiedlichen Zeitplänen folgen, ist der Unterschiedlichkeit der Stadtgebiete geschuldet und keineswegs willkürlich. Auch dafür bitte ich um das nötige Verständnis.


Zur Vereinfachung und Verbesserung der Kommunikation unter den Gremien unserer Pfarrei werde ich für die Zeit der Pandemie einen Krisenstab mit Vertretern aller Gremien einberufen, der in regelmäßigen Zusammenkünften unter Wahrung aller Vorsichtsmaßnahmen die jeweils anstehenden Schritte bespricht, rückbindet und koordiniert. So haben wir es gestern im Vorstand des Pfarrgemeinderates vorbesprochen. Ich werde Sie dann zeitnah über die Zusammensetzung des Krisenstabes informieren.
Wo das noch nicht geschehen ist, bitte ich, die Kirchen auf zukünftige Gottesdienstfeiern unter den nötigen Vorkehrungen vorzubereiten.


Im Blick auf das bevorstehende Pfingstfest ist das Gebet der Pfingstnovene sehr zu empfehlen. Das Hilfswerk RENOVABIS (Osteuropa-Hilfe) hat uns dazu Texthefte geschickt, die in allen Kirchen ausliegen. Gebetet werden soll um die Gaben des Heiligen Geistes, das Wirken des Gottesgeistes auch in unserer Zeit und um die Erneuerung der ganzen Christenheit durch die Kraft des Heiligen Geistes.
Ermutigen möchte ich abschließend noch dazu, die Kirchen tagsüber geöffnet zu halten. Wir haben bislang sehr gute Erfahrungen gemacht und sollten uns nicht allzu sehr vor den Vandalen fürchten. Das muss natürlich in den Gemeinderäten vor Ort besprochen und abgesprochen werden. Wenn es gelingt, würde mich das sehr freuen – und sicherlich auch so manchen Kirchbesucher und Beter.
 
Bitte seien Sie alle weiter vorsichtig und bleiben Sie gesund!


Ihr Abt Albert Dölken
Pfarrer


Wort von Abt Albert vom 8. Mai 2020

Liebe Schwestern und Brüder,

die vollmundige Ankündigung unserer Landesregierung, dass im Mai wieder Gottesdienste gefeiert werden, haben wir alle in Presse, Funk und Fernsehen vernommen. Viele haben sich darüber gefreut und sich Hoffnungen auf einen baldigen Weg aus der Krise und den mit ihr verbundenen Einschränkungen gemacht. Die Schluss- und Nebensätze solcher Ankündigungen wurden dabei vielleicht hintan gestellt oder etwas überhört: “natürlich unter den nötigen Vorkehrungen zur Sicherheit vor Ansteckungen”, “unter Berücksichtigung regionaler Entwicklungen” u.ä.


Hier in St. Johann haben wir uns im Pastoralteam überlegt, zum 16. / 17. Mai wieder mit Eucharistiefeiern an den Sonntagen und auch ab dann mit Werktagsgottesdiensten wieder zu beginnen. Wir haben auch ein Konzept an Sicherheitsvorkehrungen ausgearbeitet, dass seit ein paar Tagen allen Gremien und allen liturgischen Diensten vorliegt. Im Gebiet unserer Pfarrei St. Johann mit all ihren Kirchen sollen die Gottesdienste zu den gewohnten und vertrauten Zeiten gefeiert werden. Zunächst werden nur in St. Franziskus (zu viele Betroffene aus Risikogruppen) und in den Krankenhäusern (dürfen nicht betreten werden) keine Gottesdienste gefeiert werden können.


Ältere Menschen und überhaupt alle, die Risikogruppen angehören bitten wir eindringlich, nicht zu früh wieder zu den Gottesdiensten zu kommen. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf die nach wie vor geltende Befreiung von der Sonntagspflicht. Bitte denken Sie an Ihr eigenes Wohl und auch daran, dass Sie durch eigene Ansteckung auch das Leben anderer Menschen gefährden können.
Aus absolut verständlichen Gründen haben sich derzeit noch nicht an allen Kirchen genügend Helfer und Ordner finden lassen, ohne die wir mit den Gottesdiensten nicht beginnen können. (Für diesen Dienst kommen nur Personen in Frage, die das Pensionsalter (65) noch nicht erreicht haben und die keiner Risikogruppe angehören.) Zudem hat uns der Leiter des Krisenstabes der Stadt Duisburg gestern ein Schreiben vorgelegt, in dem er alle Religionsgemeinschaften eindringlich darum bittet, auf Versammlungen zur Religionsausübung mindestens im Monat Mai noch zu verzichten, weil die Zahlen der Neuinfizierten in Duisburg immer noch ansteigen. Zu den sich hieraus ergebenden Fragen werde ich das Pastoralteam und die Vorstände der Gremien unserer Pfarrei um Rückmeldung und Meinungsbildung in den nächsten Tagen bitten.


Nach wie vor lautet daher die Nachricht für St. Johann, dass wir frühestens zum 16. /17. Mai 2020 wieder mit der Feier öffentlich zugänglicher Gottesdienste zu den vertrauten Zeiten beginnen werden.


Bitte achten Sie auf Aushänge an den Kirchen und Verlautbarungen im Internet, denen Sie Neuigkeiten zu diesem Thema entnehmen können.


Für Ihr Verständnis bedanke ich mich recht herzlich und wünsche Ihnen allen Gesundheit und Gottes Segen!


Ihr
Abt Albert Dölken, Pfarrer


Wort zum 1. Mai

Liebe Pfarrangehörige von St. Johann!

Heute, am 1. Mai feiern wir das Kirchweihfest unserer Pfarr- und Klosterkirche St. Johann. Bewegte Zeiten hat sie gesehen: beschädigt, zerstört, ausgebrannt, zerbombt. Sie wurde immer wieder neu aufgebaut und renoviert. In ihren Mauern und in ihrem Inventar findet sich Altes und Neues, Steine aus der frühesten Zeit und bis in unsere Tage. Und sie ist eine Mutter mit vielen Töchtern, selbst gegründet von den ersten christlichen Missionaren rechts des Rheines.

 

In einer Predigt zur Kirchweihe hat der Heilige Augustinus die Steine des Kirchbaus verglichen mit den lebendigen Steinen, aus denen die wirkliche Kirche Jesu Christi besteht: “Ihr seid diese Steine. Euer Glaube wurde geformt und herangebildet, so wie der Steinmetz den Stein behauen und geformt hat. Und nun folgt das Wichtigste: dass Ihr Euch in Liebe miteinander verbindet. Sonst wird niemand hinzutreten wollen!”

 

In diesen Tagen der weltweiten Corona-Seuche haben wir viel Gutes gesehen und gehört, auch selbst erfahren. Jesus Christus ist nicht allein im Eucharistischen Brot, sondern auch dort gegenwärtig, wo wir einander und egal welchem Menschen in Liebe dienen. Er ist gegenwärtig, wenn wir uns im Gebet an Ihn wenden. Er ist mit uns, in uns und durch uns gegenwärtig. Er betet in uns und mit uns, wenn wir in diesen Tagen das Vater Unser allabendlich für diese Welt in ihrer Not über unsere Lippen bringen, im Schein der Kerzen, zum Klang der Glocken. So ist unser Eucharistisches Fasten zugleich eine besondere und vielleicht auch neue Erfahrung seiner Gegenwart. Es ist ein großes Geschenk, eine große Gnade, erleben zu dürfen, wie viele Menschen, oft auch ganz unbewusst aus der Inspiration seines Evangeliums heraus leben, arbeiten und diese Welt mit gestalten. Das alles lässt uns die Eucharistie tiefer verstehen: Wir werden von Ihm gewandelt. Der Heilige Augustinus sagt: “Wenn Du beim Kommunion-Empfang Dein “Amen!” sprichst, dann sagst Du eigentlich: “Ja, das will ich selbst werden, Leib Christi!””

 

Von Politik und Medien wurde in den letzten Tagen vermeldet, dass wieder Gottesdienste gefeiert werden können. Aber das sind nicht die Gottesdienste, die wir kannten. Es sind Gottesdienste mit begrenzter Teilnehmerzahl, unter allen möglichen Auflagen. Menschen aus Risiko-Gruppen sollen fernbleiben. Junge und Gesunde sind erwünscht. Sechzig oder älter? Risiko-Gruppe! Bitte zuhause bleiben! Ob und wenn ja, wie wir in unserer Pfarrei ein gottesdienstliches Angebot dieser Art schaffen werden, darüber beraten die Seelsorger in den nächsten Tagen. Bitte rechnen Sie damit, wenn es dazu kommen sollte, dass bei uns und in den anderen Duisburger Pfarreien des Bistums Essen frühestens zum 16. Mai mit gottesdienstlichen Angeboten in einzelnen hierfür räumlich geeigneten Kirchen begonnen wird. 

 

Am heutigen Tag haben wir als Kinder Mai-Altäre aufgestellt: ein Marienbild mit Blumen und Kerzen. Das war und ist ein sehr schöner häuslicher Brauch, der jetzt vielleicht wieder eine Neubelebung erfahren kann. “Maria breit den Mantel aus!” haben wir dazu gesungen und dieses Lied, das zugleich ein Gebet ist, für jegliche zukünftige Notsituation in unserem Leben erlernt. Nutzen wir diese Zeit auch für eine geistliche Erneuerung, indem wir das Leben Marias – persönlich oder vielleicht gemeinsam mit unseren Kindern – betrachten, jetzt, im Monat Mai. Und vielleicht ergänzen wir unser allabendliches gemeinsames Vater-Unser-Gebet um 19.30 Uhr zum Glockengeläut um das Gegrüsset seist Du, Maria.

 

Seien Sie alle herzlich gegrüßt,

Ihr +Albert

Kath. Kirchengemeinde - Propstei St. Johann

Pfarramt St. Johann

An der Abtei 2

47166 Duisburg

Tel.: 0203 55 42 81

st.johann.duisburg-hamborn@bistum-essen.de

„Gemeinsam in Hamborn“ ist eine Initiative des pfarrlichen Arbeitskreises Diakonie, Näheres erfahren Sie hier.